Die Haftpflicht ist Pflicht und deckt Schäden an Dritten. Teilkasko schützt zusätzlich vor Naturereignissen, Diebstahl und Glasbruch; Vollkasko deckt auch selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug. Welche Variante sinnvoll ist, hängt vor allem vom Fahrzeugwert und -alter sowie vom gewählten Selbstbehalt ab.
Die Haftpflicht ist gesetzlich verpflichtend und deckt Schäden, die Sie Dritten zufügen – Teilkasko schützt zusätzlich vor Naturereignissen, Diebstahl und Glasbruch, Vollkasko auch vor selbst verschuldeten Schäden am eigenen Fahrzeug. Welche Variante sinnvoll ist, entscheidet vor allem der Fahrzeugwert.
Was deckt welche Variante?
| Deckung | Haftpflicht | Teilkasko | Vollkasko |
|---|---|---|---|
| Schäden an Dritten | Ja | Ja | Ja |
| Diebstahl, Brand, Sturm, Hagel | – | Ja | Ja |
| Glasbruch und Wildschaden | – | Ja | Ja |
| Selbst verschuldete Schäden | – | – | Ja |
| Vandalismus | – | – | Ja |
Entscheidungshilfe nach Fahrzeugalter
- Neuwagen oder Leasing/Finanzierung: Vollkasko – Leasinggeber verlangen sie meist vertraglich.
- 3 bis 7 Jahre: Vollkasko mit Selbstbehalt gegen Teilkasko abwägen.
- Älter als ca. 8 Jahre: Teilkasko deckt die häufigsten Risiken (Hagel, Marder, Diebstahl, Glasbruch) kostengünstig ab.
Selbstbehalt richtig wählen
Ein Selbstbehalt von typischerweise 150 bis 500 Euro senkt die Kasko-Prämie spürbar, erhöht aber Ihren Eigenanteil im Schadensfall. Wer selten Schäden meldet, fährt mit einem höheren Selbstbehalt langfristig oft günstiger.
Teilkasko: Diese Risiken sind abgedeckt
Die Teilkasko ergänzt die Haftpflicht um typische Gefahren, die nicht durch eigenes Verschulden entstehen. In den meisten österreichischen Tarifen umfasst sie:
- Diebstahl und Raub des Fahrzeugs oder fest verbauter Teile.
- Brand und Explosion.
- Naturgewalten wie Sturm, Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung.
- Glasbruch an Front-, Heck- und Seitenscheiben.
- Wildschäden durch Zusammenstoß mit Tieren.
- Marderbiss und in vielen Tarifen dessen Folgeschäden – teils nur bis zu einer Höchstsumme oder gegen Aufpreis.
Nicht enthalten sind selbst verschuldete Unfallschäden am eigenen Auto sowie Vandalismus – dafür ist ausschließlich die Vollkasko zuständig.
Vollkasko: Der umfassendste Schutz
Die Vollkasko schließt alle Leistungen der Teilkasko ein und deckt zusätzlich selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug sowie Vandalismus. Sinnvoll ist sie vor allem für Neuwagen, junge Gebrauchtwagen sowie für Leasing- und Finanzierungsfahrzeuge, bei denen der Vertragspartner den Werterhalt absichern will. Achten Sie im Detail darauf, ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist: Fehlt dieser Baustein, darf die Versicherung die Leistung kürzen – etwa bei einem Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit oder Ablenkung am Steuer. Auch eine mögliche Werkstattbindung sollten Sie prüfen, da Tarife mit Partnerwerkstatt häufig günstiger sind.
Was kostet welche Deckung? (Richtwerte 2026)
Die Prämien unterscheiden sich stark nach Fahrzeug, Wohnort und Bonus-Malus-Stufe. Als grobe Orientierung nennen österreichische Vergleichsrechner (durchblicker, ÖAMTC) für 2026 folgende Bandbreiten:
| Variante | Richtwert pro Jahr | Sinnvoll für |
|---|---|---|
| Nur Haftpflicht | ca. 250 bis 680 Euro | ältere Fahrzeuge, gesetzliches Minimum |
| Haftpflicht + Teilkasko | Aufschlag ca. 300 bis 400 Euro | Fahrzeuge ab ca. 5 Jahren |
| Haftpflicht + Vollkasko | Aufschlag ca. 450 bis 650 Euro | Neuwagen, Leasing, Finanzierung |
Rechenbeispiel 2026: Für einen fünf Jahre alten Kompaktwagen mit rund 85 kW in einer mittelgroßen Stadt kann die reine Haftpflicht etwa 350 bis 500 Euro kosten. Mit Teilkasko kommen je nach Selbstbehalt rund 300 bis 400 Euro hinzu, mit Vollkasko rund 450 bis 650 Euro. Ob sich die Vollkasko lohnt, hängt vom aktuellen Marktwert ab: Liegt dieser nur noch bei wenigen tausend Euro, deckt die Teilkasko die wahrscheinlichsten Schäden – Hagel, Diebstahl, Glasbruch, Marder – bereits kostengünstig ab. Die gesetzlich festgelegte motorbezogene Versicherungssteuer ist in allen Varianten enthalten und bei jedem Anbieter gleich hoch; unterschiedlich ist nur der Prämienanteil.
So entscheiden Sie zwischen Teil- und Vollkasko
Gerade in Österreich sind Teilkasko-Risiken keineswegs selten: Hagelunwetter im Sommer, Marderbisse im urbanen wie ländlichen Raum sowie Wildwechsel auf Landstraßen verursachen jedes Jahr zahlreiche Schäden. Für viele Fahrzeughalter ist die Teilkasko deshalb der wichtigste Zusatzschutz überhaupt, weil sie genau jene Ereignisse abdeckt, die man selbst nicht beeinflussen kann. Prüfen Sie beim Abschluss die Höchstsummen für Marder-Folgeschäden und ob dafür ein gesonderter Selbstbehalt anfällt – hier unterscheiden sich die Tarife deutlich. Wer viel in Regionen mit hohem Wildaufkommen unterwegs ist, sollte zudem prüfen, ob auch Bergungs- und Abschleppkosten mitversichert sind.
Für die Entscheidung zwischen Teil- und Vollkasko hilft eine einfache Faustregel: Je höher der aktuelle Marktwert und je jünger das Fahrzeug, desto eher lohnt die Vollkasko. Ist das Auto abbezahlt und älter als etwa acht Jahre, reicht in vielen Fällen die Teilkasko. Rechnen Sie den jährlichen Vollkasko-Aufschlag gegen den Betrag, den Sie im Totalschadenfall überhaupt noch erstattet bekämen: Sinkt der Restwert unter wenige tausend Euro, steht ein hoher Beitrag oft nicht mehr im Verhältnis. Umgekehrt sichert die Vollkasko bei Neuwagen sowie Leasing- und Finanzierungsfahrzeugen den vollen Wert ab – dort ist sie meist ohnehin vertraglich vorgeschrieben. Ein bewusst gewählter Selbstbehalt von 300 statt 150 Euro senkt in beiden Kasko-Varianten die laufende Prämie spürbar, ohne den Schutz grundsätzlich einzuschränken.
Häufige Fehler bei der Wahl der Deckung
- Vollkasko für einen alten Wagen: Übersteigt der Jahresbeitrag einen nennenswerten Anteil des Restwerts, ist Teilkasko meist wirtschaftlicher.
- Zu niedriger Selbstbehalt: Ein Selbstbehalt von 300 statt 150 Euro senkt die Prämie oft deutlich, wenn Sie selten kleine Schäden melden.
- Grobe Fahrlässigkeit nicht mitversichert: Fehlt dieser Baustein, drohen im Ernstfall Leistungskürzungen.
- Nur auf den Preis achten: Deckungsumfang, Höchstsummen bei Marder- und Folgeschäden sowie eine etwaige Werkstattbindung gehören in den Vergleich.
- Deckung nie anpassen: Nach einigen Jahren kann sich der Wechsel von der Voll- auf die Teilkasko lohnen, weil der Fahrzeugwert und damit der Nutzen der Vollkasko sinken – ein regelmäßiger Blick auf die passende Deckung spart Geld.